Tipps für Tablet-Halterungen an Bord

Tablets an Bord sind mittlerweile Standard. Nur wohin mit den Dingern?

Als vor Jahren die ersten iPads auf Booten gesichtet wurden, gab es die ersten pfiffigen Hersteller, die Halterungen entwarfen und anboten. Leider waren die meistens aus Teak und das war nicht weit gedacht. Denn wechselt man das Gerät, muss eine neue Halterung her, weil die Größe sich meistens ändert. Dazu sind Holzhalterungen nur wenig praktisch, jedenfalls wenn sie außen angebracht werden. Denn man kann sie nicht aus der Sonne nehmen, geschweige denn den Blickwinkel der Sitzposition anpassen. Feste Halterungen aus Holz sind lediglich ggf. unter Deck okay, wo das Tablet dann einen sicheren und festen Platz bekommt.

10 Zoll Tablet auf Saugnapf

Mittlerweile hat sich im Markt einiges getan, und so gibt es zahlreiche Varianten, die man an Bord nutzen kann, um sein Tablet sicher und flexibel zu befestigen.

Die preiswerteste aller Halterungen ist sicher eine, die ich bisher an Bord hatte: Eine Saugnapf Halterung aus dem KFZ Bereich. Sie kostet unter 10 Euro. Allerdings braucht man jede Saison eine neue, denn die Metallteile rosten und der Saugnapf verliert nach einer Weile an Wirkung. Ich konnte diese Dinger am Anfang der Saison sogar über Kopf anbringen, gegen Ende musste man dann die Oberfläche penibel säubern, befeuchten und selbst dann nach einer Weile nochmals kontrollieren, ob es hält.

Tablet unter der Sprayhood

 

Für die Befestigung an Metallrohren wie Edelstahlbügel oder Reling gibt es auch preiswerte Modelle, die jedoch das Rost-Schicksal auch in der Regel ereilt. Bei solchen Halterungen wird kaum V2A oder V4A Edelstahl eingesetzt, schon wegen des geringen Preises. Diese Halterungen lösen sich jedoch nicht einfach aus heiterem Himmel, wie es bei Saugnäpfen passieren kann.

Taschenhalterungen mit Klarsichtfolien sind äußerst praktisch, denn sie geben dem Pad einen festen Platz und schützen gleichzeitig vor Nässe. Wenn jedoch die Sonnen drauf knallt, schalten sich die Geräte zum Selbstschutz schnell ab und bleiben dann eine sehr lange Zeit unbrauchbar. Diese Taschen eignen sich daher am besten, wenn sie im Schatten, bspw unter einer Persenning angebracht sind.

Professionelle Halterungen sind zwar teurer, dafür halten sie aber auch länger und sind teilweise auch für andere Geräte einsetzbar. Im neuen A.W. Niemeyer Katalog habe ich eine Halterungen gesehen, die einen sehr guten Eindruck macht. Das Railblaza-System besteht aus einer Grundplatte, in deren sternförmige Halterung vom Getränke- bis zum Tablethalter oder LED-Licht alles Mögliche eingesetzt werden kann.  Die Halterungen gibt es in drei Ausführungen, unter anderem auch als Klebepad für Schlauchis oder als Relingshalterung.  Hier ein Produktvideo:

 

Smartphones brauchen weniger stabile Halterungen als schwerere Tablets. Ich habe mir vor 2 Jahren mal einen Schwanenhals mit Klemme gekauft, der jedoch nach einer Weile überhaupt nicht funktioniert, weil das Smartphone bei den Bootsbewegungen hin und her pendelt. Das war am Anfang nicht so, als der flexible Hals noch mehr Festigkeit hatte. Der leierte nach und nach immer mehr aus. Ich habe den Schwanenhals dann auf das Kajütdach gelegt und das Telefon dann vor eine GoPro Halterung geklemmt. Das war Mist.

 

Fehlkauf: Schwanenhals

 

Wie immer ihr euch entscheidet: Achten sollte man stets darauf, dass die Tablets bzw. Smartphones auf den Halterungen gedreht und geneigt werden können. Wer öfter mal die Position wechselt, der sollte zu einer abnehmbaren Lösung greifen, wie z.B. Rohrklemmen. In jeden Falle sollte man auch variable Klemmhalterungen, deren Größe man an das Tablet anpassen kann, auswählen. Dann muss man nicht jedesmal eine passende Klemme kaufen, wenn ein neues Tablet kommt.

Tasche: Praktisch,aber mit Schwächen

 

Titelbild: Railblaza

8 Gedanken zu „Tipps für Tablet-Halterungen an Bord“

  1. mmH:
    alles Lösungen, die also schlecht bis völlig unbrauchbar sind oder nur im Katalog gesehen wurden.
    In gewissem Sinne ist auch so ein Blogeintrag noch interessant.
    Es gibt doch aber auch Hersteller wie Ram Mount und andere, die dauerhafte Lösungen anbieten.

  2. Ich fahre das Railblaza System auf meiner Sprinta seit geraumer Zeit.
    Das geniale ist, dass ich die Handyhalterung auf der Winsch fürs Fockfall fahren kann – die Halter passen genau in die Winschkurbel Aufnahme.
    Und da ich diese Winsch nicht so oft brauche, wenn ich unterwegs bin, ist das ein super Platz. Und im Notfall is das Handy samt Halterung schnell mal weg unter Deck…;-)

    1. Ich gebe lediglich meine Erfahrungen wieder. Da gehört für mich auch Negatives dazu.
      Schlecht und unbrauchbar war bisher nichts davon. Aber alles hat Vor- und Nachteile. Manchmal erkennt man das erst nach einer Weile.

  3. Ahoi!
    Komme gerade von AWN. Wollte mir die „Railblaza-Handyhalterung“ mal live anschauen.
    Die Idee das das Teil auf die Winsch passt finde ich prima!
    Leider ist die Halterung selbst nicht in der Höhe verstellbar und die seitlichen Haltepunkte liegen genau auf meinem Ausschalter vom Smarthfon :-(
    Sobald ich das Display berühre um eine App zu starten oder auf der Karte zu scrollen werde ich sofort gefragt ob ich das Handy wirklich ausschalten möchte.
    Hinzu kommt das das Haltegummi mittig über´s Display geht. Auch nicht so schön. Vielleicht ginge es aber auch ohne ?!
    Also, ich kann nur Jedem empfehlen es vor Ort zu testen ob es für´s eigene Gerät passt. Das Smarthfon vom Verkäufer hatte das gleiche Problem.
    Ansonsten ist die Qualität OK. Nicht super, aber auch kein Schrott.
    Kurzen Restwinter und eine sonnige Sasion 2017

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